Was bedeutet es für dich, ein „echtes“ Survival-Programm zu machen?
Ein echtes Survival-Programm bedeutet, dass ich einfach wirklich alles selber machen musste – ich war komplett auf mich allein gestellt, ohne Essen, ohne Streichhölzer. Wenn man einen Unterrichtsfilm dreht, zeigt man ein paar Techniken und Methoden und geht abends nach Hause. Bei einer Survival-Fernsehshow hat man den ganzen Tag eine Crew um sich ... und geht abends nach Hause.
Bei einer ECHTEN Survival-Show ist man allerdings wirklich allein und muss selbst ständig drei bis fünf Kameras bedienen, Tapes austauschen, Linsen reinigen, Akkus wechseln, die Technik reparieren. ZUSÄTZLICH muss man genug Essen und Wasser finden, einen Unterschlupf bauen um nicht auszukühlen und ein Feuer ohne Streichhölzer anzuzünden. Die Arbeit vor der Kamera nimmt etwa 65 Prozent meiner Zeit ein. Durch die Anstrengungen zu überleben bin ich schmutzig, nass, hungrig und mir ist kalt, während ich versuche mich zu konzentrieren und vor der Kamera eine gute Figur abzugeben und eine brauchbare Story zu liefern. Die Kombination ist nicht einfach.
Wieviel Recherchearbeit steckst du in die Flora und Fauna des jeweiligen Drehortes?
Obwohl ich mich eigentlich in allen möglichen Überlebenstechniken auskenne und weiß, dass sich diese überall auf der Welt anwenden lassen, kann ich trotzdem nie im voraus wissen, welche Pflanzen man wirklich essen kann und welche lieber nicht. Oder welche Tiere mich töten könnten. Oder wie man wirklich ein Iglu baut, wenn ich es nie zuvor versucht habe.
Die einzelnen Drehorte habe ich vorher jeweils für drei oder vier Tage Intensivtraining mit Leuten besucht, die sich vor Ort auskennen. in der Arktis war es ein Inuit, Sam Omik; in Costa Rica stand mir Victorio zur Seite, ein kleiner Spanier und traditioneller Heiler, der kein Wort Englisch sprach; in der Sonora-Wüste war es Dave Halloday, der hier geboren wurde und mit all den Kakteen auf dem Land aufwuchs. Diese Männer gaben mir Einzelunterricht und zeigten mir ihren Lebensraum. Zusätzlich habe ich zusammen mit meinem Überlebenstrainings-Experten Mike Kiraly und meiner Spezialistin für Flora und Fauna Maxine Crook viel Zeit in wissenschaftliche Recherche investiert, bevor ich aufgebrochen bin.
Wie helfen dir wissenschaftliche Erkenntnisse (egal ob allgemeine oder ganz spezielle) dort draußen?
