Aufdrehen auf DMAX mit OHRENFEINDT

Aufdrehen auf DMAX mit OHRENFEINDT

  

OHRENFEINDT machen sich nackig. Ganz. Selbstredend nicht ihre Körper - das will ja keiner sehen. Aber Seelenstriptease, das geht. 

Auf ihrer achten Studioscheibe, die am 31. August erscheint, gehen OHRENFEINDT wieder zurück zu ihren Wurzeln - dahin, wo es weh tut. O-Ton Chris Laut, Bassist, Hals und Mundhaar-Mohikaner: "Wir wollten uns auf das konzentrieren, was die Band von Anfang an ausgemacht hat: straighte Riffs ohne Fiesematenten mit klaren Ansagen in den Texten. Unsere Musik schwitzt, stampft, ächzt, kracht und rockt und rollt. Und das wollten wir möglichst nackt und ungeschminkt präsentieren."

Entsprechend ungeschliffen und rau ist der Sound der Scheibe: direkt aus dem Leben mitten ins Gesicht. Da wird nichts schöngefärbt, breit gemacht, auf Hochglanz poliert. Drei Männer und ihre Instrumente spielen um ihr Leben - so wie Rock’n’Roll gefälligst zu sein hat! 

"Hier werden Trommelfelle massiert", singt Laut in "Rock’n’Roll Psychiater" (und meint damit nicht nur das kraftvolle Spiel von Schlagwerker Andi Rohde). Mal mit dem groben Besteck in "Porschekiller", mal mit dem Bottleneck in "Schmutzige Worte", mal verliebt in "Hallo, Frau Doktor". Selbstironie und Übergewicht ("Sechser im Lotto", "Voodoo") sind ebenso Thema wie die großen Verluste, zum Beispiel in der Blues-Ballade "Wenn das alles nicht mehr weh tut" über einen Scheidungskrieg auf dem Rücken der Kinder, die kein geringerer als Deep Purple-Tastenmann Don Airey mit einer fetten Hammond veredelt hat. "Als wir diesen Song schrieben, hatten wir diesen dreckigen, abgehangenen Hammond-Sound im Ohr, den wir bei Deep Purple immer geliebt haben. Und da wir schon immer wussten, dass nur der Antworten kriegt, der sich traut, zu fragen, haben wir Don einfach eine Mail geschrieben. Don fand den Song geil und hat derbe abgeliefert. Großes Tennis!", erklärt Gitarrist Keule Rockt.

Der Titelsong "Tanz nackt" ist nichts anderes als das, was der Titel sagt: die Aufforderung, sich zu zeigen. Und zwar ganz. "Zeig mir Deine Seele und woran sie zerbricht. Tanz nackt für mich!"

Klingt eher traurig? Ist es auch – aber nur kurz. Mit "Nix zu verlieren" liefert das "Bum Bum Ballett" von der Reeperbahn postwendend das Mittel gegen die Sinnkrise, um mit "Nichts kann Dich bremsen" amtlich den Rock’n’Roll zu feiern.

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Aufdrehen auf DMAX: Ohrenfeindt